Ich glaube nicht, dass ich jemals vergessen werde können. Ich glaube nicht, dass sich unser Verhältnis noch einmal so richtig stabilisieren wird. In jedem Wort, dass du sagst, höre ich Vorwürfe und Beschuldigungen. Dir liegt viel zu viel an meiner Meinung, als dass du sie einfach so übergehen könntest. Gestern hast du mich aufgeregt, aber nicht wegen dem was du gesagt hast, sondern viel mehr wegen der Art wie du es gesagt hast. So als hätte ich den bösen Part in diesem Film übernommen. Dir liegt zu viel an meiner Zustimmung weil dir schon immer viel zu wichtig war was andere über dich denken. Du wirst immer auf deine Entscheidungen beharren um mir zu beweisen, dass du recht hattest. Auch wenn ein Blinder sieht, dass deine Entscheidungen falsch waren.
Ich glaube es hat dich verletzt zu sehen, dass es mir nicht mehr wichtig ist. Denn das ist es wirklich nicht mehr. Ich habe mich damit abgefunden, dass du mich im Stich gelassen hast. Ich habe dich lange genug dafür bestraft – teilweise auf eine Art für die ich mich heute schäme. Aber im Endeffekt ist es mir nicht mehr wichtig. Du warst einfach weg. Und dann hast du nicht verstanden, warum ich mich von dir abgewandt habe. Du hast gehofft, dass das Band zwischen uns stark genug ist. Und das wäre es auch gewesen. Aber durch dein Unverständnis und mein fehlendes Interesse an Ehrlichkeit ist das Band zerrissen. Und jetzt spüre ich nur noch selten wirkliche Gefühlswellen wenn ich an dich denke. Hauptsächlich kommt da Enttäuschung und Zorn hoch. Denn das bin ich – enttäuscht von dir und von mir, zornig auf dich und auf mich. Weil wir es beide verschissen haben.
Doch das gestern war nicht okay. Das gestern hatte keinen Grund. Das gestern war einfach nur das Aufwärmen von alten Themen, die mich weder interessieren noch von irgendeiner Bedeutung für mich sind. Du willst deine längst getroffenen Entscheidungen noch immer vor mir verteidigen und das verstehe ich nicht. Immerhin sind es Entscheidungen die mich wirklich nichts mehr angehen und die schon längst Auswirkungen auf unsere Beziehung hatten. Also warum rüttelst du noch weiter daran und versuchst meine Meinung zu stürzen? Nur um dir selbst zu beweisen, dass du recht hast? Ich denke nicht, dass es dir so wichtig wäre mit mir alle diese Themen durchzukauen wenn du nicht selbst auch noch enorme Zweifel an deinen Entscheidungen hättest. Wenn du dir sicher wärst, dass du richtig gehandelt hast, hättest du gestern nicht so überreagiert.
Ich habe gestern nichts gesagt. Habe versucht das Thema zu wechseln und habe alles dafür getan nicht wieder in eine unerträgliche Situation mit dir zu kommen. Aber du hast nicht aufgehört. Und ich wollte da einfach nur noch weg. Weil ich einfach nicht einsehe warum ich noch immer der Mistabladeplatz für deine Probleme sein soll. Es war mir egal was du gesagt hast, aber ich war enttäuscht von deiner Angriffslust und deinem Unvermögen in mir mehr zu sehen als nur eine falsche kritische Ex-Freundin. Und ich bin erschöpft. Von den ewigen Spannungen und der Streiterei und allem. Am besten wäre es wohl wir würden endlich getrennte Wege gehen. Entgültig. Wir leben doch schon lange nicht mehr in einer Welt und jeden Tag an dem du dich weiterhin in meiner Welt aufhältst, finde ich ermüdender und erschöpfender als den vorhergehenden.
Lass es gut sein. Lass mich los. Du kannst nicht dein altes Leben mit Füßen treten und es dann wieder vom Boden aufheben. Denn das war eine dieser Entscheidungen, die man weder wieder gut noch rückgängig machen kann.